Beifuß in der Mythologie

Beifuß ist eine der ältesten Ritualpflanzen in Europa. 

Allgemein wurde Beifuß bei Dankofpern an die Götter eingesetzt.

Als eine der wichtigsten heiligen Pflanzen bei den Kelten gehörte Beifuß zu kultischen Räucherungen zu Samhain (keltisches Fest am Novemberanfang). Man war der Meinung, dass Beifuß böse Geister vertreibt. Zur Sommersonnwende warf man das Kraut ins Feuer, um alles Übel loszuwerden.

Die germanische Tradition schätzte den Beifuß als kultische Pflanze, sie wurde besonders den weiblichen Mysterien zugeordnet und für Fruchtbarkeits- und Geburtsrituale verwendet. Die germanische Tradition lebt heute überall dort, wo Kräuterbüschel mit neun Kräutern verräuchert werden, denn die Zahl neun war den Germanen heilig. Beifuß ist immer Bestandteil der "grünen Neune".

Da die Pflanze den alten Germanen heilig war, wurde sie in christlicher Zeit als Hexenkraut verteufelt. 

Bei den mittel- und nordeuropäischen Bauern hat sich der Beifuß bis heute seinen Ruf als Schutzkraut gegen alle Art teuflischer Einwirkungen bewahrt, ob es sich dabei um krankes Vieh, Ungeziefer im Getreide oder um Blitzschlag handelt.

Der jugendlich-verführerischen Göttin Artemis geweiht, dienten seine Zweige im Altertum für die Herstellung von Liebeszaubern, dabei wurde mit Beifuß geräuchert. Als Beigabe in Räuchermittel sind sie ein wirksamer Schutz gegen alle Mächte der Finsternis.

 

 

Mytologie der Eiche

Der Eichenwald war früher ein Nährwald für Mensch und Tier. Aus den gesammelten Eicheln wurde Eichenmehl hergestellt, das Holz wurde als Bau- und Brennholz genutzt und viele Tiere ernährten sich von diesem Baum. Dies ist wohl der Hauptgrund, dass der Eiche seit jeher eine solche große Bedeutung zukommt. Die Eiche wurde zum Symbol für die Ewigkeit, da ein Eichenleben 30 Menschengenerationen überdauert.

Schon bei den alten Griechen galt die Eiche als Baum des Zeus und bei den Kelten war sie dem Himmelsherrscher und Wettergott Taranis gewidmet.

In der nordischen Mythologie ist die Eiche dem Donner- und Kriegsgott Thor geweiht. Für die Germanen hatte die Eiche eine heilige Bedeutung. Sie verehrten den Baum wegen seines hohen Alters, seiner Lebenskraft und seines harten Holzes.

Die Eiche war dem Gott Donar geweiht, die Donareiche. Der Legende nach fährt dieser mit einem Ziegenkarren über den Himmel, wodurch der Donner entsteht und schickt Blitze zur Erde, hauptsächlich in Eichen. Und tatsächlich sollen Blitze häufiger in Eichen einschlagen als in andere Bäume.

Nach Donar ist auch der Donnerstag benannt. Der Volksglauben der Germanen besagte, dass in den Eichen die Götter wohnten und der erste Mensch aus einer Eiche geboren wurde.

Die Eiche vereinte beide Geschlechteraspekte in sich. Den männlichen in der Symbolik von Kraft, Ruhm und Stolz im Donnergott und den weiblichen, in die Urmutter Ana, die Mensch und Tier mit ihren Eicheln nährt.

Die Germanen verehrten ihre Götter im Wald.

Im Jahre 719 mit der Christianisierung beauftragte Papst Gregor Bonifatius die Donareiche zu fällen, das wahrscheinlich bedeutendste Baumheiligtum. Die Christen wiesen die Eichen als Bäume des Teufels aus und in den folgenden Jahren wurden im ganzen Land zahlreiche weitere Baumheiligtümer der Germanen zerstört. Nach der Christianisierung diente die Eiche der katholischen Kirche als Allegorie für Jesus Christus und die Jungfrau Maria.

Den Malern des Barock war die Eiche ein Symbol des Lebens.

Im 18. Jahrhundert wurde sie zum typisch deutschen Wappenbaum gemacht und gilt seither als Symbol für deutsche Freiheitsliebe, Stolz, Kraft und Stärke.

Für die Romantiker war die Eiche ein Symbol der Hoffnung. Heute zieren Eichenblätter die deutschen Cent Münzen.

(von Waldboth Anni)

Sagenreise ins Pielachtal

Die Eiche

Einmal vor alten Zeiten waren die Ochsenhalter gar so schlimm und ausgelassen. Sie fluchten, schalten, sangen schlechte Lieder und übten allerlei böse Streiche zum Ärger der übrigen Leute. Das beobachtete einstmals der Teufel bei einem Rundgang auf der Erde und bekam Lust, die Ochsenhalter allesamt zu holen.

Gott jedoch sprach zum Bösen: „So lange Blätter an den Bäumen hangen, darfst du nicht nach den Ochsenhaltern gelangen." Der Teufel denkt sich: „Kommt nur der Spätherbst, dann mach ich meine Ernte." Der Spätherbst kam, die Blätter fangen an zu fallen und fallen ab bis auf die der Eichen, besonders der Wintereiche. Der Böse wartet noch eine Weile, die Schneeflocken kommen schon heran, die Ochsenhalter haben sich bereits in gute Ruhe begeben, aber die Eichenblätter wollen noch immer nicht herabfallen. Endlich springt der Böse voll Wut auf die Eichbäume hinauf und will das Laub mit den Zähnen herunterreißen. Er zerriss dabei wohl die Blätter, aber sie fielen dennoch nicht herab. Daher sehen die Blätter der Eichen wie von Zähnen zerbissen aus. Auf diese Art wurden die Eichen die Schutzbäume der Viehhirten.

(von Waldboth Anni)

Mytologie der Minze

Die Geschichte der Minze So kam die Minze zu ihrem lateinischen Namen Die Echte Pfefferminze wurde 1696 zufällig in England entdeckt . Über die Herkunft des Namens Mentha gibt es verschiedene Geschichten. Der Gattungsname Mentha soll eine Entlehnung vom griechischen Minthe sein. Nach einer von Ovid übermittelten Sage ist die Nymphe Minthe, die Tochter des Kokytos, von Proserpina, der Unterweltsgöttin, in diese Pflanze verwandelt worden.

• Einer Sage nach war Minthe eine Geliebte von Hades, dem Gott der Unterwelt, der, als seine Frau eifersüchtig wurde, seine Geliebte in eine duftende Pflanze, die Minze, verwandelte.

• Die Nymphe namens Minthe, die Geliebte des Unterweltherrschers Hades, wurde von dessen Gattin Persephone getötet. Ihr Körper verwandelte sich darauf hin in die Minze.

• Minthe war eine hübsche junge Nymphe. Hades, der Herrscher der Unterwelt, warf ein Auge auf sie. Als Persephone, seine Frau, seine Liebe zu Minthe entdeckte, wurde sie wütend und sie verwandelte Minthe in eine Kriechpflanze, welche mit Füssen getreten werden sollte. Hades konnte den Fluch Persephones nicht ungeschehen machen, aber er milderte das Schicksal von Minthe indem er der Pflanze einen wunderbaren Duft gab, der verströmte, wenn sie getreten wurde.

• Hades, der Gott der Unterwelt, verliebte sich in Minthe, die Tochter des Flussgottes Kokytos. Das erregte den Zorn der Göttin Persephone. Diese tötete Minthe und zerriss sie in Stücke. Hades verstreute die Teile, aus denen dann Minzen hervorwuchsen, auf einem sonnigen Berg östlich von Pylos in Messenien.

• Hades verliebte sich in die Nymphe Minthe. Seine Frau Persephone entdeckte die Liebschaft und liess ihre Wut an Minthe aus. Sie trampelte mit den Füssen auf ihr herum, aber Minthe verwandelte sich in eine Pflanze, die bei jedem Fusstritt einen wunderbaren Duft verströmte.

• Der Gott der Unterwelt, Hades, verführte Minthe, die liebreizende Tochter des Unterweltflussgottes Kokytos, weil er nach dem Urteil des Göttervaters Zeus die Hälfte des Jahres ohne seine Frau Persephone, die er geraubt hatte, in der Unterwelt leben musste. Demeter, Göttin der Fruchtbarkeit und Schwiegermutter des Hades, wurde darüber so wütend, dass sie die schöne Minthe in Stücke riss und diese am Berg Pylos verstreute. Aus diesen erwuchs Unkraut. Hades, im Dauerzwist mit seiner Schwiegermutter und immer noch in Minthe verliebt, gab diesem Unkraut sein Glied, das daraufhin einen unbeschreiblich aromatischen, balsamischen Wohlgeruch annahm, der Menschen und Götter betört.

Die Minze in Ägypten

Obwohl im Mittelalter oft statt der Pfefferminze die Krauseminze (Mentha spicata) kultiviert und genutzt wurde, konnte aus Funden in altägyptischen Gräbern geschlossen werden, dass unsere Pfefferminze bereits um 1200-600 v. Chr. bekannt war. Die Ägypter legten dem toten Pharao Minze in den Sarkophag, zum Schutz für die Reise ins Jenseits.

Die Minze bei Dioskurides

Im 1. Jahrhundert nach Christus schrieb Dioskurides in seiner Materia Medica (Cap. 36 (41) folgendes: Gebaute Minze.

Mentha- Minze (Fam. Lamiaceae- Lippenblütler)

- Der Hedysomos - Einige nennen ihn auch Mintha oder Kalamintha (die Römer Mentha, auch Nepeta, die Aegypter Tis, andere Pherthrumonthu, Perxo, Makitho) - ist eine bekannte Pflanze mit erwärmender, adstringirender und austrocknender Kraft, daher stellt der Saft mit Essig getrunken den Blutauswurf. Er tötet ferner die runden Würmer, reizt zum Liebesgenuss, bringt das Schlucken, den Brechreiz und die Cholera zur Ruhe, wenn zwei bis drei Reiser davon mit saurem Granatensaft genommen werden. Mit Graupen umgeschlagen zerteilt er Abszesse; auf die Stirn gelegt lindert er Kopfschmerzen, besänftigt geschwollene und (von Milch) strotzende Brüste. Mit Salz gibt er ein Kataplasma gegen Hundsbiss; der Saft mit Honig stillt Ohrenschmerzen, den Weibern aber vor dem Beischlaf im Zäpfchen eingelegt behindert er die Empfängnis. Fein gerieben glättet er eine raue Zunge. Ferner bewahrt er die Milch vor dem Gerinnen, wenn die Blätter desselben in der Milch umgeschwenkt werden. Überhaupt ist er dem Magen zuträglich und eine gute Würze.

Plinius und die Minze

Plinius der Ältere beschrieb die Minze in Naturkunde, Bd. XXI/XXII zur gleichen Zeit folgender maßen: Der Genuss der frischen Minze erfrischt das Gemüt und ihr Genuss macht Appetit. Geschwüre auf den Köpfen der Kinder heilt sie vortrefflich, trocknet feuchte Luftröhren und zieht trockene zusammen. Bösartigen Schleim reinigt sie. Bei geschwollenen Zapfen gurgelt man sich damit. Sie leistet auch gute Dienste bei geschwollenen Mandeln. Der Saft der frischen Minze, in die Nase eingezogen, heilt die Fehler dieses Organs, das Kraut selbst, zerrieben und mit Essig eingenommen, die Gallensucht. Bei Kopfweh legt man es auf die Schläfe. Von einem Pulver soviel in Wasser eingenommen, wie man mit 3 Fingern fassen kann, vertreibt die Magenschmerzen.

Die Minze in der Bibel

In der Bibel (Matthäus, Kapitel 23 Vers 23) steht: Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und lässt das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen.

In seiner „Strafrede“ nennt Jesu die Minze an erster Stelle.

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen. Matthäus 23,23

Doch weh euch Pharisäern! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Gewürzkraut und allem Gemüse, die Gerechtigkeit aber und die Liebe zu Gott vergeßt ihr. Man muss das eine tun, ohne das andere zu unterlassen. Lukas 11,42

Minzen wachsen im Heiligen Land an Gräben, Wasserläufen und in Sümpfen, meistens die Rossminze (Mentha longifolia). Sie war wohl in der Bibel gemeint. Auch heute gehört die Minze zur jüdischen Küche. Die Hebräer legten die Tempelböden mit Minze aus und später wurde dasselbe auch in italienischen Kirchen gemacht. Dort heißt die Minze Erba Santa Maria. 

Die Pfefferminze zur römischen Zeit

Minze war ein Symbol der Gastfreundschaft. Ovid hat folgende Geschichte geschrieben: Zwei Fremde wanderten durch ein Dorf. Die Dorfbewohner beachteten sie nicht und boten ihnen auch kein Essen oder Trinken an. Bis endlich ein altes Ehepaar, Philemon und Baucis, ihnen etwas zu Essen anboten. Bevor sie sich setzten, rieben sie den Tisch, ihn zu säubern und vom alten Essensgeruch zu befreien, mit Minzblätter ab. Es stellte sich heraus, dass die beiden Fremden, die Götter Zeus und Hermes waren. Als Dank für die Gastfreundschaft verwandelten sie die Hütte des Ehepaars in einen Tempel. So, sagt man sei die Minze zum Symbol für die Gastfreundschaft geworden. Die Römer würzten auch Wein und Sauce mit Minze. Griechen und Römer bestreuten bei Festen den Fußboden mit Minze, um mit dem Duft die Esslust der Gäste anzuregen. Der römische Schriftsteller Plinius (24 - 79 n. Chr.) berichtet, dass Griechen und Römer bei Trinkgelagen Kränze aus Minze um den Kopf trugen, um einem "Kater" vorzubeugen. Auch sollen sie die Tische mit Minze eingerieben haben, um die Fleischeslust anzuregen. Das Ausreißen der Pflanze aus der Erde galt als Frevel und brachte Unglück. Den Frauen war es im alten Rom die ersten fünf Jahrhunderte nach seiner Gründung verboten, am Wein auch nur zu riechen geschweige denn davon zu trinken. Es heißt sogar, dass der Kuss eben in diesen Jahrhunderten der strengen Abstinenz in Rom entstanden ist. Es war den Männern des Hauses nämlich erlaubt, an den Lippen der Frauen zu riechen, ob sie Wein getrunken hatten oder nicht; ein Ehemann konnte seine Frau auch verstoßen, wenn er entdeckte, dass seine Gefährtin sich dem Genuss des Weines hingegeben hatte. Heimliche Trinkerinnen ließen sich davon aber nicht abhalten und verbesserten ihren Atem nach dem Weingenuss mit einer Paste aus Minze und Honig.

Mittelalter

Walafried Strabo, der Abt des Benediktinerklosters Reichenau schrieb im 9. Jahrhundert nach Christus folgendes über die Minze: Nimmer fehle mir auch ein Vorrat gewöhnlicher Minze. So verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften. Eine nützliche Art soll die raue Stimme, so sagt man, wieder zu klarem Klang zurückzuführen vermögen, wenn ein Kranker, den häufige Heiserkeit quälend belästigt, trinkend einnimmt als Aufguss ihren Saft mit nüchternem Magen. Noch eine Art dieser Pflanze, von kräftigem Wuchs, ist vorhanden, die nicht mehr bloß eines kleinen Gewächses Schatten verbreitet, sondern nach Art des Holunders mit starkem Stängel emporstrebt, spreitet nach allen Seiten die großen Flügel der Blätter. Anders ist ihr Geruch und ihr Saft etwas herber zu trinken, wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch wissen, wie viele Fische im Roten Meere wohl schwimmen, oder wie viele Funken Vulkanus, der Schmelzgott aus Lemnos, in die Lüfte aus den riesigen Essen des Aetna in die Lüfte schickt.

Hildegard von Bingen (1098-1179) verordnete die Blätter zerstoßen und als Pflaster übergelegt, gegen Geschwüre und Krätze, damit diese Plagegeister sterben und aufgrund der antiseptischen Wirkung der Minzblätter die Haut gereinigt wird.

Johannes Hartlieb (ca. 1400-1468), Leibarzt von Herzog Albrecht von Bayern, gab bereits den ersten Tipp zu einer biologischen Schädlingsbekämpfung: die myntzen hat auch dy art: wen man sy pflantzt zu andern kreutern und allermaist zu kol, do lat sy kain schedlich tier waxn, ... .

Im 18. Jahrhundert wurde die Minze vor allem wegen ihrer Heilwirkungen geschätzt. Man brauchte sie für oder gegen fast alles, von der Kolik, über Verdauungsstörungen bis zu Hundebissen.

Boston Tea Party Zum Bild

-die andere Geschichte: Die Teeballen wurden über Bord geworfen, wurden durch das Salzwasser des Meeres getränkt und dann von einigen Männern herausgefischt und getrocknet und als veredelter Tee sehr teuer verkauft.

Die Kolonisten in der Neuen Welt brauchten die Minze für Tees gegen Kopfschmerzen, Herzbrennen, Verdauungsstörungen und Schlaflosigkeit mit. Aber sie tranken den Tee auch zum Vergnügen, nicht nur weil er schmeckte, sondern auch weil er nicht besteuert wurde.

Auf schwarzem Tee (Teedroge aus Blättern von Camellia sinensis) gab es nämlich lange Zeit hohe Zölle. Bis im Jahre 1773 vom britischen Parlament, der Oberhoheit der Kolonien, der Tea Act beschlossen wurde. Dieses Gesetz sollte der East India Company aus einer finanziellen Krise helfen. Sie war wegen der hohen Teezölle auf ihren Waren sitzen geblieben (in ihren Lagern verrottete tonnenweise Tee) und erhielt nun ein Monopol für alle Tee-Exporte zu den Kolonien und war von der Ausfuhr- und Einkommensteuer befreit. Der Tee wurde nur noch mit Schiffen der East India Company transportiert und von ihren eigenen Agenten verkauft. Die Teehändler in den Kolonien weigerten sich, diesen Tee zu kaufen. Nur in Boston versuchte der Gouverneur Thomas Hutchinson die Gesetze einzuhalten. Der Tee, der sich an Bord drei Schiffe „Dartmouth“, „Eleanor“ und „Beaver“ befand, sollte gemäß den Gesetzen zur Verteilung kommen. Eine Gruppe Kolonisten um einen gewissen John Adams beschloss aber, den Tee zu vernichten. In der Nacht zum 16. Dezember 1773 marschierten 50 Männer, verkleidet als Indianer, zum Hafen hinunter. Es war dies eine reine symbolischer Art und bestand hauptsächlich aus einer an den Hut gesteckten Feder, einem schwarz gemalten Gesicht, einem einfachen Überwurf und einem zum „Tomahawk“ umdeklarierten Beil, das man mitschleppte. Einige der Beteiligten waren sogar überhaupt nicht verkleidet. Begleitet wurden sie auch von vielen Bostoner Bürgern. Sie enterten die Schiffe, zerschlugen über 300 Kisten und warfen den Tee über Bord ins Wasser. Die Bostoner schauten schweigend zu. Der Schaden betrug über 10.000 Pfund. Das war natürlich offene Rebellion gegen England. Diese Boston Tea Party verschärfte das Klima zwischen den Kolonien und dem Mutterland. Der Bostoner Hafen wurde daraufhin geschlossen. Drei Jahre später wurde daraus der Unabhängigkeitskrieg.

Mythologie

Im Aberglauben galt Minze als Schutz vor Behexung und Krankheit, Geldzauber.

Wegen des anregenden und zugleich lösenden Duftes wurde die Minze lange auch als Liebesmittel angesehen.

Jeder griechische Bräutigam bekränzte sich zur Hochzeit mit Minze. Sie war in der Antike das Symbol der leidenschaftlichen Liebe.

Von alten Seefahrern ist überliefert, dass sie Pfefferminze und Ingwer gegen die Seekrankheit nahmen. Auch wurde mit ihr in vergangenen Zeiten das Trinkwasser an Bord frisch gehalten.

Pfefferminze für die Hausapotheke

Seit der Antike wird Minze (Mentha sp) in China und Japan angebaut. Die Blätter sind als Räuchermittel sehr beliebt. Der Duft (auch von Duftlampen) reinigt und schärft den Geist, beruhigt die Nerven. Minze erheitert, wärmt das Herz, nimmt Ängste und bringt Ausgleich. Minze wird auch bei Gedächtnisschwäche empfohlen und früher wandte man sie anstelle von Riechsalz bei Ohnmachtsanfällen und um die Lebensgeister zu wecken an. Mit ihrem frischen, scharf-kühlen Duft klärt sie die Luft und energetisiert sie. Minzenduft macht wach und soll sich gut zur Vorbereitung der Meditation eignen.

Anhang

In einem englischen Garten entdeckte erst 1696 der Biologe John Ray die besonders heilkräftige Pfefferminze (Mentha x piperita) als eine – wahrscheinlich zufällige – Kreuzung von Bachminze (M. aquatica) und Spear-Mint (M. spicata). Da M. spicata ihrerseits eine Kreuzung aus Rossminze (M. longifolia) und M. rotundifolia ist, handelt es sich bei der Pfefferminze um einen weitgehend sterilen Tripelbastard; eine sortenechte Vermehrung ist daher nur vegetativ (durch Stecklinge) möglich, nicht jedoch aus Samen. Züchterische Bemühungen haben zu vielen Unterarten, Varietäten und Formen geführt. In Mitcham bei London wurde die Pfefferminze um 1750 angebaut; die dunkelgrüne Sorte "Mitcham" ist bis heute die am höchsten geschätzte. Grob unterscheidet man dunkelgrüne ("black mint") und hellgrüne ("white mint") Sorten.

Die Pfefferminze stammt stets aus Kulturen der gemäßigten Klimazonen und verwildert häufig aus den Kulturen, so etwa bei Mitcham in Surrey/England sowie in Süddeutschland. Bedeutende Kulturen finden sich in Michigan und New York, in Spanien, den Balkanländern, Südamerika und Asien.

Literaturnachweise 1. Informationsschrift Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), Freising, Vöttinger Straße 38, 85354 Freising, 4. überarbeitete Auflage November 2001

(von Heinrich Abraham)

Mythologie des Bärlauchs

Geschichtliches und Mythologie zum Bärlauch

Pflanze

Der Bärlauch (Allium ursinum) ist eine Pflanzenart aus der Familie Aliaceae und somit verwandt mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Die in Europa und Teilen Asiens vor allem in Wäldern verbreitete und häufige, früh im Jahr austreibende Pflanzenart ist ein geschätztes Wildgemüse und wird vielfach gesammelt. Bärlauch wird auch Knoblauchspinat, wilder Knoblauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Ramsen oder Waldherre genannt. Der Bärlauch ist eine ausdauernde krautige, Pflanze die eine Wuchshöhe von etwa 20 bis 30 cm erreicht. Die sehr schlanke, längliche Zwiebel wird aus den Ansätzen der beiden Laubblätter gebildet und ist 2 bis 4, selten bis 6 Zentimeter lang. Sie ist umgeben von durchsichtigen, weißlichen oder gelblichen Häuten, die sich später bis auf einige Borsten reduzieren. Nebenzwiebeln werden nur vereinzelt gebildet oder sie fehlen ganz. Der aufrechte, kompakte Stängel ist dreikantig bis annähernd rund und nur am Ansatz beblättert. Die meist zwei, selten ein oder drei grundständigen Laubblätter haben einen 5 bis 20 Millimeter langen Stiel und verbreitern sich abrupt in die 2 bis 5 Zentimeter breite, flache, elliptisch-lanzettliche Blattspreite, die auf der Blattoberseite von dunklerem Grün ist als auf der Blattunterseite. Sein Geruch ist typisch lauchartig. Blütezeit ist von April bis Mai. Der Blütenstand wird umschlossen von einer zwei- oder dreiklappigen, zugespitzten eiförmig-länglichen Hülle, die ebenso lang oder länger ist wie die Blütenstiele und bald abfällt. Die duftenden[2], wenigen bis mehr als zwanzig Blüten stehen in einer flachen Scheindolde, Brutzwiebeln fehlen stets.

Inhaltsstoffe

Frische Blätter enthalten rund 0,005 % Allicin, getrocknete rund 0,07 %. Frischmaterial enthält rund 0,5 % Alliin und 0,07 % Methyl-L-cysteinsulfoxid. Neben diesen schwefelhaltigen Verbindungen kommen noch Flavonoide, in Spuren Prostaglandine A, B und F, sowie blattspezifische Lectine vor.

Geschichte

Funde bei Pfahlbauten wiesen eindeutig nach, dass der Bärlauch bereits zu germanischen Zeiten im Europa nördlich der Alpen verbreitet war. Die in manchen Landstrichen heute noch übliche Bezeichnung "Ramser" oder "Rämsch" stammt vom germanischen Ausdruck hramusan beziehungsweise vom althochdeutschen Ausdruck ramsada. Das mittelhochdeutsche Wort Rams findet sich noch heute in vielen Ortsnamen, etwa Ramsthal, Ramsloh oder Ramsau (Deutschland). Aber auch in der Schweiz gibt es einige Ortsnamen, bei denen eine Verbindung zum Rams resp. eben dem Bärlauch möglich ist. Sogar in jungsteinzeitlichen Siedlungen des Alpenvorlandes fand man Überreste von Bärlauch. So ist es wahrscheinlich, dass die Menschen ihn bereits vor 5000 Jahren kannten und aßen.

Bereits mit der Eroberung Germaniens und der römischen Besatzung im ersten Jahrhundert vor beziehungsweise nach Christi Geburt muss es wohl schon zur Konkurrenz mit einer anderen Lauchart aus Südeuropa gekommen sein: dem Knoblauch Allium sativum, einer Liliaceae. Die antiken Enzyklopädisten Pedanios Dioskurides und Gaius Plinius nehmen in ihren Standardwerken sogar Bezug auf den Bärlauch. Der humanistisch geprägte Kräuterbuchautor Hieronymus Bock berichtet 1508, dass der von Dioskurides bezeichnete "Waldt oder Schlangenknoblauch", genannt Anguinum, "vbeler dann der zam stincket", wobei "er villeicht inn der Artzney Gifft zuvertreiben krefftiger sei". Stellt dieser Ausspruch vielleicht eine Art Vergleich zweier Allium-Phytopharmaka in antiker Zeit dar?

Die Tatsache, dass Lauchgewächse bei verschiedenen Arten von Vergiftungen eingesetzt wurden, hat dem Knoblauch die Bezeichnung Bauerntheriak eingebracht, in Anspielung an das "Kompositum", das als Antidot schlechthin in der Heilkunde verwendet wurde. Im 8. Jahrhundert gab Karl der Große eines der ersten landwirtschaftlichen Gesetzbücher in Europa heraus, das “Capitulare de villis “. Darin schreibt er auch unter anderem den Anbau von Bärlauch und anderen Naturpflanzen vor. Es ist sogar geschichtlich nachgewiesen, dass während der römischen Besatzungszeit der Bärlauch als Wildgemüse in sehr hohem Ansehen stand. Weiters: Der Name "Bärlauch" leitet sich wirklich vom Bären ab. Da Lauche allgemein ein sehr beliebtes Heilkraut bei den alten Germanen war, und dem Bärlauch eine besondere magische Kraft zugesprochen wurde, wurde es mit dem starken Bären, einem der wichtigsten Krafttiere der Germanen in Verbindung gebracht. Die Stärke des Bären spiegelt sich quasi in diesem Kraut wieder. Man sagt, vor der Walpurgisnacht habe der Bärlauch die stärkste Heilkraft. Vermutlich auch, weil es dann gerade erst Blüten ansetzt. Wenn es blüht, verliert es sein Aroma und man erntet es nicht mehr.

Der Bärlauch bei den Kelten

Bärlauch ist eine sehr alte Heilpflanze und war schon den Germanen und Kelten bekannt. Nach verschiedenen Quellen verehrten die Kelten in Wales den Lauch (vielleicht aber ursprünglich auch den wilden Lauch den Bärlauch). Sie aßen die Pflanze vor der Schlacht, um gestärkt in den Kampf zu ziehen. Eine andere Quelle meint, dass sich die Waliser während der Schlachten gegen die Sachsen einen Lauch an den Helm steckten, um sich zu erkennen. Noch heute wird am Nationalfeiertag in Wales, St. Davids- Day am 1. März traditionell Lauch an der Kleidung getragen. Es gibt Lauch-Wettbewerbe und der Lauch wird (roh!) gegessen. Auf der britischen 1-Pfund-Münze ist der Lauch als Wappen von Wales abgebildet. Der Lauch auf dem Wappen wurde dann durch die Narzisse ersetzt, die etwas hübscher aussieht und aber in der walisischen Sprache den gleichen Ursprung wie Lauch hat (Lauch = Cenhinen und Narzisse = Cenhinen Pedr).

Der Bärlauch bei den Römern

Bereits die Römer kannten den Bärlauch als Herba salutaris (= heilsames Kraut). Sie zogen den Bärlauch dem Knoblauch vor. Sie schätzten ihn als magen- und blutreinigendes Mittel und schrieben ihm heilsame Wirkung bei Bluthochdruck, Bronchitis, Hautleiden und Müdigkeit zu.

Tabernaemontanus mochte Bärlauch hingegen nicht besonders, denn er schrieb über den Waldt Knoblauch: Dieses ist in seiner gantzen Substanz eines ublen starcken Geruchs und bösen Geschmacks: also dass wann das Rindviehe es in der Weyde versucht/ so schmackt und reucht die Milch/ Käss und die Butter so starck nach dem Knoblauch/ dass dieselbige nicht leichtlich kan genossen werden.

 Der Bärlauch wird auch bei Hieronymus Bock (Vergleich mit dem Knoblauch: vbeler dann der zam stincket... wobei ... er villeicht inn der Artzney Gifft zuvertreiben krefftiger sei) und bei Matthiolus und Leonhart Fuchs in deren mittelalterlichen Kräuterbüchern erwähnt und der Schweizer Pfarrer und Naturarzt Johann Künzle (1857-1945) (Kräuterpfarrer Künzle) schrieb: Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärmen und Blut wie der Bärlauch.

Der Wert des Bärlauch als vorbeugende Medizin spricht auch aus einem alten englischen Reim: Iss Lauch im Frühling und Bärlauch im Mai, dann haben die Ärzte im nächsten Jahr frei!

Mythologie

Im Zauberglauben sollte der Bärlauch, wie Knoblauch, Vampire vertreiben und Hexen und Schlangen abwehren. Auch als Liebestrank war Bärlauch geschätzt. Die bösen Geister hielt man mit einer Suppe aus Bärlauch, in der Walpurgisnacht gekocht, fern. Der Bärlauch zählt zu den Teufelsaustreibemitteln, er sollte in der Lage sein, Dämonen und Plagegeister zu vertreiben. Aus diesem Grund musste er auch vor der Walpurgnisnacht gesammelt werden, weil dann seine Zauberkräfte zerstört wurden. In Thüringen (Deutschland) wurde bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Brauch des so genannten Ramschelfests gepflegt. Am Sonntag vor Walpurgis zogen die Bewohner kleiner Dörfer im Raum Erfurt in die Wälder um Bärlauch (damals Ramschel) zu sammeln, zu essen und zu trinken und dann geschmückt mit den Blüten heimzukehren und so die bösen Geister zu vertreiben.

Wie in schon in der alten Heilkunde zeigen sich die zwei Seiten des "Teufelsknoblauch" auch in der alten Mythologie. Das ist sicher nicht verwunderlich, war die Beziehung zwischen Kräuterwissen und Mythologie doch schon immer sehr eng. So ist der Bärlauch eng mit dem Bären, einem Seelen tragenden Tier in der alten Mythologie, verbunden. Zum einen ist der Bär in der Dämonenlehre ein Symbol, hinter dem sich sogar der Teufel verbergen kann. Auf der einen anderen Seite besitzen als Amulett getragene Bärenklauen eine geister- und Dämonen abwehrende Wirkung. So steht der Allium ursinum mit einem Bein auf der weißen und mit dem anderen auf der schwarzen Seite der Magie. Böse Geister und auch der Teufel riechen zwar unangenehm, lassen sich aber mit Hilfe des Bärlauches vertreiben. So sind auch im Reich der Pflanzen Licht und Schatten eng miteinander verbunden.

Magische Kräfte

In Bayern gab es den Brauch, Mädchen und Jungs am 1. Mai auszuschicken, um im Wald Bärlauch zu sammeln. Wenn sie mit dem Bärlauch zurück ins Dorf kamen wurde gefeiert. Die gesammelten Bärlauchblätter wurden dem Vieh gegeben, sie sollten gesund machen und erhalten, und es gegen bösen Zauber und dämonische Geister schützen.

Quellen: Claudia Boss-Teichmann, Thomas Richter: Bärlauch und Knoblauch (Book) Eugen Ulmer GmbH & Co KG, 2002. Herbarium Magicum: Das Buch der heilenden Kräuter (Book). - Berlin : Ullstein Buchverlage GmbH, 2007 Zauberpflanzen - Hexenkräuter/Gertrud Scherf Feld-, Wald- und Wiesenkochbuch/Eva Marie Helm Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band II Teil 2, 2. Auflage, Carl Hanser Verlag, München Und selbst angesammeltes Wissen.

(von Heinrich Abraham) 

Mythologie des Johanneskrautes

Mythologie des Johanniskrautes

(Hypericum perforatum)

Johanniskraut ist eine sehr alte Heilpflanze. Im christlichen Kalender ist der 24. Juni Johannistag, und in der Tat empfiehlt es sich, diesen oder die Tage kurz davor (abhängig von den Wetterverhältnissen) zur Gewinnung der Blütenessenz zu nutzen, am günstigsten sind die Tage zwischen Sommersonnenwende und Johannistag. (Wissenschaftlich belegt ist dass, in der Zeit vom 20. Juni bis 20. Juli die Pflanze über höchsten Wirkstoffgehalt verfügt = „balsamischer Zeitpunkt“

Am 21. Juni feierten unsere Vorfahren das Sonnenwendfest und schmückten die Altäre mit den gelben Blüten des Johanniskrautes. Man wand Johanniskrautkränze für sich selbst, die man nach dem Fest über das Hausdach warf, welche symbolische Handlung das Haus und seine Bewohner, das kommende Jahr hindurch beschützen und vor allem Unheil bewahren sollte Glück und Gesundheit sollten so sichergestellt werden. Dieser alte keltische- germanische Brauch erhielt sich tatsächlich auch noch in christlichen Zeiten, wurde später doch der Kranz ins Fensterkreuz oder eine Stubenecke gehängt als Schutz vor Unglück. Blieb die grüne Farbe des Krautes zufällig das ganze Jahr hindurch erhalten, bedeutete dieses außerordentliches Glück für die Bewohner des Hauses. Um besonders wirkungsvoll zu sein, war es Vorschrift, das Kraut am Johannistag um 12 Uhr mittags in vollkommenem Schweigen, ohne nach rechts oder links zu schauen, zu pflücken. Wer so tat und es anschließend bei sich trug, war nicht nur gegen Kugel- und Stichverletzungen gefeit, sondern errang zudem Liebe und Freundschaft derjenigen, denen er zu gefallen suchte. Aus diesem Grunde wurde die Pflanze sogar „Liebeskraut“ genannt. In Tirol soll es noch heute den Brauch geben, Johanniskraut als Schutz und Muntermacher auf weiten Wanderungen in die Schuhe zu legen. Mythologie und Folklore, wie sie in Gertrude Jobes Dictionary beschrieben und zusammengefasst wurde, bezeichnet Johanniskraut als die schützende Pflanze für die am 29. Juni geborenen. In der Volksheilkunde sind einige Kräuter bekannt, denen die Kraft zugeschrieben wird, den Teufel in die Flucht zu schlagen, ein alter Vers lautet beispielsweise: "Dosten, Hartheu, weiße Heid', thun dem Teufel alles Leid." Hält man die kleinen Blättchen der Pflanze gegen das Licht, kann man durchsichtige Punkte erkennen. Der Legende nach sind dies die Male der Nadelstiche des Teufels, welche der Pflanze keinen wirklichen Schaden zufügen konnten - in Wirklichkeit aber die sichtbaren Öldrüsen sind, die das aromatisch riechende Öl produzieren. Paracelsus interpretierte diese Eigenart der Pflanze so: "In solchem will ich Euch diese Deklaration geben, dass die Löcherung, so porosisch in seinen Blättern sind, anzeigen, dass dies Kraut zu aller Öffnung inwendig der Haut, auch auswendig ein Hilf ist." Was, wie sich zeigte, sowohl für Johanniskrautöl wie für die Essenz zutreffen sollte.

In der griechischen Mythologie ist es Apollo, dem Johanniskraut zugeordnet werden kann.

Apollo, der Sonnengott, der kreative, künstlerisch begabte Frauenheld, der immer spontane, immer neugierige und zu jedem - auch erotischen - Abenteuer bereite verantwortungslose Draufgänger, dessen Charme man sich so schwer nur entziehen konnte.

Der Überlieferung zufolge ließ Herodias, Gattin des Statthalters Herodes, Sohn Herodes des Großen und Fürst von Galillea, den Widersacher ihres Mannes, Johannes den Täufer, ermorden, weil dieser dessen Schandtaten öffentlich in Predigten kritisiert hatte. Außer sich vor Wut geriet sie, als ihre Tochter Salome zu Ehren ihres Vaters auf einem Fest tanzte und hierbei die Schmähungen des Johannes in tänzerische Bewegung umsetzte. Sie ließ sich sein Haupt in einer Schüssel bringen und geriet bei diesem Anblick dermaßen in Rage, dass sie die „böse Zunge“ des Kontrahenten kurzerhand mit einer goldenen Haarnadel durchstach. Das herausspritzende Blut jedoch fiel zur Erde und brachte eine Blume hervor, die der ewigen Erinnerung an diesen Mord und der Warnung vor dem Bösen überall dienen sollte, vor allem aber jenen, die einsam und ohne Hilfe waren. Johannes des Täufers Blut fließe demnach durch die Adern dieser Pflanze, so wurde behauptet, was sich allein daran zeige, dass rote Flüssigkeit beim Zerreiben der Blätter aus der Pflanze austritt. Letztendlich half der Mord am Kritiker dem Herrscherpaar allerdings nicht mehr, denn die Kunde vom unrühmlichen Lebenswandel war bereits bis nach Rom gedrungen, wo man beschloss, den unwürdigen Herrscher abzusetzen und nach Gallien zu verbannen. Überall dort, wo dunkle Mächte walteten, brachte Johanniskraut Licht und Sonne, Aufklärung in dunkle Machenschaften. Aber nicht nur das, sogar Aufklärung des Himmels sollte in der Macht des Krautes stehen, was den Ruf erklärt, den man aus dunklen Gewitterwolken vernommen zu haben glaubte: "Ist denn da kein alte Frau, die da weiß vom Hartenau, dass es das Gewitter stau?"

Johanniskraut als Energiekraut

Kurzbeschreibung: bei nagender Ungewissheit, Zukunftsängsten, Unsicherheit, Schüchternheit, Angst vor dem Unbekannten, Irritierbarkeit, mangelnder Selbstsicherheit.

Energie: Yang-Energie

Chakra: Sonnengeflechtschakra

Akupunkturpunkt: Niere 4

Stichworte: innere Sicherheit

Beschreibung: Die Johanniskrautessenz öffnet die Sonnenenergie. Sie ist nicht im eigentlichen Sinne Yang-Energieträger, bereitet aber dessen Aufnahme vor. Der angesprochene Persönlichkeitstypus ist eher furchtsam und schüchtern, es gelingt ihm in problematischer Lage nicht seine Energiereserven zu mobilisieren. Bei Unsicherheit kommt stets, das Stressmuster: Ängstlichkeit zum Zuge, ob die Situation nun, tatsächlich beängstigend ist oder nicht. Unwissenheit führt zu Angst. Diese Blütenessenz verhilft zu geregelter Aufnahme „männlicher“ Energie, wie sie beispielsweise durch die Sonne vermittelt wird. Blasse, scheue Menschen voller Zukunftsängste werden ermutigt, der Unsicherheit ins Gesicht zu schauen. Die Blüte hilft auch bei Partnerschaftsproblemen, deren Ursachen nicht offen liegen. Sie bringt Licht ins Dunkel und hilft furchtsamen und möglicherweise Bett nässenden Kindern sicher durch die Nacht.

Mythologie der Kräuter/H.Abraham/2011

(von Heinrich Abraham)